Hier werden nach und nach verschiedenste Gedanken zu allen möglichen Themen aus dem Kreis der DHG Witiko veröffentlicht. Ebenso gibt es Berichte über von uns durchgeführte Veranstaltungen und Unternehmungen.

"Das Deutschland der Wandervögel ist ein anderes als das der heutigen Genußwelt"

Höhlenfahrt ins Rheinische Schiefergebirge

Am Freitag abend trafen sich vier abenteuerlustige Gestalten in Königswinter am Rhein. Während eines Schnitzels kamen wir auch sogleich mit der rheinischen Volkskultur, dem ortsüblichen Brauchtum, in Berührung, da die Mahlzeit durch das lautstarke Grölen rheinischer Fußballieder gewürzt wurde.
Zu späterer Stunde stellten wir die Autos auf einem vermeintlich einsamen Waldparkplatz ab. Im angrenzenden Waldgebiet lag unser Ziel für den nächsten Morgen: die Schächte. Ganz so einsam, wie angenommen, war die Gegend dann doch nicht. In der Dunkelheit sahen wir mehrere Taschenlampen im Wald, die sich auf uns zubewegten. Kurz darauf trafen wir dann eine Gruppe mit professioneller Ausrüstung, die, so schien es, gerade von einer Erkundung zurückkam..

Für die Nacht beherbergte uns eine kleine Schutzhütte. Hier fanden wir bereits interessante Hinweise auf vorherige Benutzer.

Am nächsten Morgen ging es nach einem kurzen Frühstück endlich los. Mit Helmen, Taschenlampen und Seil machte sich die kleine Schar auf den Weg. Einen großen, offenen Eingang zu finden, daran war kaum zu denken. Nach einigen hundert Metern durch den Wald fanden sich aber bereits die ersten Löcher am Hang. Beim ersten dieser Löcher streikte die Mannschaft. 3:1 wurde gegen die Erkundung gestimmt. Zu verwegen erschien einigen die Lokalität.

Die nächsten Einstiegsgelegenheiten sahen etwas einladender aus und es wurde ein erster Vorstoß in die Unterwelt gewagt. Robbende Bewegungen auf Bauch oder Rücken waren glücklicherweise nur beim Einstieg und kurzen Übergangspassagen nötig. Ansonsten war in den sich nun auftuenden unterirdischen Gewölben aufrechtes Gehen möglich.

Innen wie Außen fanden wir zahlreiche Zeugnisse unserer Vorgänger.

Drei Einstiege gaben uns interessante Einblicke in die unterirdische Welt eines ehemals riesigen Schachtsystems. Jedoch handelte es sich immer nur um kleinere Teile, die am Ende verschüttet waren, sodaß die großen Hallen unerkundet blieben. Danach machten wir uns auf den Weg zu den richtigen Eingängen. So, wie es heute in Deutschland üblich ist, sind diese natürlich schön säuberlich mit hübschen Betonwänden verschlossen, in denen sich nur noch schmale Schlitze für den unfallfreien Fledermausflugverkehr befinden. Alternativ fanden wir auch ein großes Stahltor, welches wir vorher schon von der Innenseite betrachtet hatten.

An mehreren dieser ehemaligen Eingänge wurden nun alle erdenklichen Möglichkeiten ausgekundschaftet, ob wir nicht doch irgendwie hineinkommen. Alte Flexscheiben gaben Zeugnis davon, daß es vor uns anderen Besuchern mit höherer krimineller Energie als der unsrigen gelungen sein mußte, durch eine kleine Stahltür ins Innere zu gelangen. Scheinbar muß es große Freude bereiten, erst einmal ein Stromaggregat ca. 2 km weit dorthin zu schleppen, um dann mit einem Höllenlärm die Tür aufzuschneiden.

Durch die Fledermausflugscharten wehte uns ein kräftiger Wind aus dem Berg entgegen. Diese Luft trug einen seltsamen leichten Geruch mit sich. Während wir darüber rätselten, woher dieser Geruch stammt, kam einem der Unerschrockenen eine im Weltnetz gefundene Anekdote in den Sinn.

Die Amerikaner sollen nach Ende des II. WK große Mengen 4711 sichergestellt haben, da sie dieses für schwarzgebrannten Schnaps hielten. Diese Ladung wurde in die Schächte gebracht, wo ein Teil derselben zu Bruch ging. Dies kann man bis heute riechen. Wer´s nicht glaubt, möge selber schnuppern.

Da an diesen Eingängen für uns rein gar nichts zu machen war, begannen wir damit, noch einmal systematisch das hügelige und zerklüftete Gelände abzugehen. Dabei stießen wir auf zwei verschlossene senkrechte Schächte sowie zwei weitere Löcher im Boden. Hier ging es leider jeweils nur ein kleines Stück in den Berg hinein. Dafür fanden wir aber eine interessante Türaufschrift:

In einem der bereits erkundeten Stollen beendeten wir die Exkursion mit einem Picknick bei Kerzen- und Fackelschein.